BIF (Biegeoptimierte Faser)

Bei der Verlegung von Lichtwellenleitern sind die Spezifikationen für den Biegeradius äußerst wichtig, weil sich bei Unterschreiten der Spezifikationen bestimmte LwL-Kennwerte wie die Dämpfung verschlechtern. Für entsprechende Anwendungen gibt es Gradientenfasern mit einem äußerst geringen Biegeradius: Biegeunempfindliche Fasern, Bend-Insensitive Multimode Fiber (BIMMF).


Zur Verbesserung der Biegeradien und zur Beibehaltung der standardisierten Spezifikationen setzen die Hersteller auf ein innovatives Kerndesign, das eine zusätzliche Glasummantelung des Kernglases von wenigen Mikrometer hat. Diese zusätzliche Glasschicht wird als Graben, Brechzahlgraben oder Trennzone bezeichnet und hat einen wesentlich geringeren Brechungsindex als das Mantelglas. Dadurch werden Moden mit einer Wellenlänge von 850 nm, die bei der klassischen Multimodefaser weniger stark geführt werden, stärker gebrochen und hin zum Kernglas reflektiert; selbst bei starker Biegung. Durch diese Maßnahme werden bei Multimodefasern Kennwerte wie die Dämpfung oder die numerische Apertur kaum beeinträchtigt, so dass die OM-Klassen weiterhin erfüllt werden und die volle Kompatibilität zu installierten Lichtwellenleitern sichergestellt ist. Da die Hersteller unterschiedliche Kerndesigns benutzen, gibt es auch Unterschiede in den übertragungstechnischen Leistungen.

Aufbau und Brechungsprofil der BIMMF-Faser

Aufbau und Brechungsprofil der BIMMF-Faser

So verwendet beispielsweise die Bend-Insensitive Multimode Fiber (BIMMF) bei den Gradientenfasern für das Kerndesign einen Brechungsindex bei dem Moden auch bei engem Biegeradien nicht aus dem Kernglas austreten können. Gleichzeitig werden bei dem Design wichtige Entwurfsparameter wie der Kerndurchmesser, die numerische Apertur und die Bandbreite sichergestellt.

Was den Biegeradius im Allgemeinen betrifft, so gilt als Faustformel, dass der kleinste Biegeradius dem zehnfachen des Kabeldurchmessers betragen sollte. Danach hätte ein 5 mm dünnes LwL-Kabel einen kleinsten Biegeradius von 5 cm. Durch das geänderte Kerndesign werden Biegeradien zwischen 2,5 mm für Monomodefasern und 10 mm für Multimodefasern erreicht.

Neben den biegeunempfindlichen Gradientenfasern gibt es auch biegeunempfindliche Monomodefasern. Diese werden im ITU-Standard G.657A spezifiziert.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Biegeoptimierte Faser - BIF
Englisch: bend-insensitive multimode fiber - BIMMF
Veröffentlicht: 09.02.2021
Wörter: 297
Tags: LwL-Eigenschaften
Links: Bandbreite, Biegeradius, Brechungsindex, Dämpfung, G.657A