EFM-Architektur

Für Ethernet in the First Mile (EFM) gibt es drei Architekturen, die von Arbeitsgruppen erarbeitet werden: Punkt-zu-Mehrpunktverbindung (PMP, P2MP) über Glasfaser (EPON), Punkt-zu-Punkt-Verbindungen (PP, P2P) über Glasfaser und über Kupferkabel. Darüber hinaus gibt es eine Arbeitsgruppe für Managementfunktionen: Operation, Administration, and Maintenance (OAM).

Die Punkt-zu-Mehrpunkt-Verbindung über Glasfaser verteilt von einem Central Office (CO) aus die Informationen im Broadcast an alle Teilnehmer. Der Rückkanal vom Teilnehmer zum Central Office arbeitet im Multiplex, wobei jedem Teilnehmer Zeitschlitze für die Übertragung zur Verfügung gestellt werden.

Szenarien für EFM

Szenarien für EFM

Als Übertragungsmedium wird eine Monomodefaser verwendet, auf der der Up- und Downstream mit Wellenlängenmultiplex bei Wellenlängen von 1.270 nm und 1.360 nm arbeitet. Die Physik wird durch eine 1000Base-PX genannte Technik realisiert, wobei PX für passiv steht. Es werden zwei Verfahren angeboten: 1000Base-PX10 für Entfernungen bis zu 10 km und 1000Base-PX20 für 20 km. Die Übertragungsrate liegt bei 1 Gbit/s. Es sollen mindestens 16 Teilnehmer versorgt werden können. Die P2MP-Verbindung entspricht dem standardisierten Ethernet Passive Optical Network (EPON).

Die P2P-Verbindung über Glasfaser und Kupfer

Bei der Punkt-zu-Punkt-Verbindung auf Glasfaser (P2PoF, Point to Point over Fiber) ist der Einsatz der Ethernet-Technologie im Core-Bereich mit 10-Gigabit-Ethernet (10GBase-X) vorgesehen, im Endbereich ist Fast-Ethernet und im Anschlussbereich, dem Bereich zwischen Residential Gateway und Access-Switch, kommt ein bidirektionales Verfahren ähnlich EPON zum Einsatz. Die überbrückbare Entfernung liegt im Access-Bereich bei 10 km. Es werden vier verschiedene Techniken realisiert: 100/ 1000Base-LX10 und 100/1000Base-BX10. LX10 benutzt zwei Lichtwellenleiter, während BX10 mit Wellenlängenmultiplex und nur einer Monomodefaser arbeitet. Diese Technologien können in Verbindung mit Fiber to the Home (FTTH) und Fiber to the Curb (FTTC) eingesetzt werden.

Übersicht über die verschiedenen EFM-Interfaces

Übersicht über die verschiedenen EFM-Interfaces

Bei der Punkt-zu-Punkt-Verbindung über Kupfer (P2PoC, Point to Point over Copper) liegt die überbrückbare Entfernung bei ca. 750 m. Als Übertragungsmedium steht ein einfaches Telefonkabel der Kategorie 1 zur Verfügung auf dem die Sende- und Empfangsdaten bidirektional übertragen werden sollen. Wobei für diese Technik keine realistische Lösung existiert. Für die Realisierung dieser Technik hatte sich die Arbeitsgruppe für VDSL entschieden, diese Entscheidung aber zu einem späteren Zeitpunkt zugunsten von Dynamic Synchronous Transfer Mode (DTM) revidiert. Damit wurde der Weg frei für 10PASS-TS, einer Passbandtechnik mit der 10 Mbit/s auf Kupfer-Doppeladern über 750 m übertragen werden kann. Für größere Entfernungen bis 2,7 km und einer Datenrate von 2 Mbit/s hat man 2Base-TL definiert mit Single Pair High Bit Rate Digital Subscriber Line (SHDSL).

Informationen zum Artikel
Deutsch: EFM-Architektur
Englisch: EFM architecture
Veröffentlicht: 07.01.2015
Wörter: 425
Tags: Ethernet First Mile
Links: 1000Base-LX, 1000Base-PX, 10-Gigabit-Ethernet, 10Pass-TS, 2Base-TL