Hausnotruf

Der Hausnotruf ist ein funktechnisches Notrufsystem, das speziell für Senioren, Kranke, Hilfs- und Pflegebedürftige entwickelt wurde. Die zentrale Komponente eines solchen Systems ist der Funkfinger, der von den zu überwachenden Personen als Armband oder an einem Bändchen um den Hals getragen werden kann.

Neben dem Hausnotruf, der sich für solche Personenkreise eignet, die in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind und sich in einem kleineren Aufenthaltsbereich aufhalten, gibt es den mobilen Notruf, der für Senioren geeignet ist, die sich nicht stationär in einem eingeschränkten Wohnungsbereich aufhalten.

Das klassische Hausnotrufsystem besteht aus einem Funkfinger als Handsender und einer Basisstation, die an das Telefonnetz angeschlossen ist. Der Funkfinger hat eine große Notruftaste über die der Betroffene einen Notruf an die Notrufzentrale absetzen kann, der funktechnisch übertragen wird. Beim Betätigen der Notruftaste wird ein Funksignal ausgelöst, das über eine Notruffrequenz zur Basisstation und von dort über das Telefonnetz zur Notrufzentrale übertragen wird. Außerdem wird über die Basisstation, die eine Freisprecheinrichtung hat, eine Sprachverbindung zur Notrufzentrale hergestellt. Über die Freisprecheinrichtung kann der Betroffene mit den Mitarbeitern der Notrufzentrale kommunizieren. Gleichzeitig mit dem Notruf werden in der Notrufzentrale einige Basisinformationen wie der Name des Betroffenen, dessen Wohnort und Krankenakte, aufgerufen.

Funkfinger als Armband, Foto: deutschesenior-hausnotruf.de

Funkfinger als Armband, Foto: deutschesenior-hausnotruf.de

Um sicherzustellen, dass die Übertragung des Notrufs nicht durch andere Funkeinrichtungen wie Garagentoröffner oder Babyphone beeinflusst wird, hat die Europäische Union für Personennotrufe die Frequenz von 469,99 MHz reserviert, die ausschließlich für diese Anwendungen genutzt werden muss. Die Betriebssicherheit des Funkfingers wird durch funktionale Überwachung der Batteriespannung, durch Eigentests und durch Überprüfung der Funkverbindung sichergestellt.

Der mobile Hausnotruf unterscheidet sich vom klassischen Hausnotruf dadurch, dass er mit und ohne Funkfinger arbeiten kann. Es geht darum, die Mobilität der Hilfs- und Pflegebedürftigen zu unterstützen. Der mobile Hausnotruf benutzt das Mobilfunknetz. Um darin übertragen zu können, hat der Funkfinger eine SIM-Karte und ein GPS-Modul. Die Ortsbestimmung übernimmt das GPS-System; bei einem Notruf werden die Positionsdaten an die Notrufzentrale übermittelt und über das Mobilfunknetz eine Sprachverbindung aufgebaut.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Hausnotruf
Englisch: emergency call transmitter
Veröffentlicht: 01.10.2020
Wörter: 352
Tags: Medizintechnik
Links: Basisstation, eCall (emergency call system), Frequenz, FSE (Freisprecheinrichtung), GPS-Modul