MoIP (multimedia over IP)

Multimedia over IP (MoIP) ist eine Echtzeittechnik mit der multimediale Daten mit dem IP-Protokoll übertragen werden. Bedingt durch die ständigen Erweiterungen und die zur Verfügung stehende Bandbreite, eignet sich das Internet auch für die Übertragung multimedialer und audiovisueller Daten.

Für diesen Zweck wurden mehrere Echtzeit-Protokolle für multimediale Anwendungen entwickelt. Ein weiterer Aspekt ist der, dass auf dem Internet integrierte Daten- und Multimedia-Services ohne zusätzliche Hardware und weitere Interfaces integriert werden kann. Allerdings sind das IP-Protokoll und das Internet mit seiner paketvermittelten Struktur nicht unbedingt ideal für Echtzeitanwendungen geeignet. Außerdem sind multimediale Anwendungen für gewöhnlich Multicast-Übertragungen bei denen der gleiche Datenstrom - keine Kopien - an eine Gruppe von Empfänger übertragen wird. So müssen beispielsweise bei Videokonferenzen die Videodaten gleichzeitig an alle Konferenzteilnehmer übertragen werden. Live-Videos können sogar an mehrere tausend Empfänger gesendet werden.

Forderungen an die Echtzeitübertragung

Was die Echtzeit-Protokolle betrifft, so muss bei deren Entwicklung die Reduzierung des Traffics berücksichtigt und außerdem muss während der Übertragung eine bestimmte Bandbreite garantiert werden. Für Echtzeitübertragungen sind somit einige Mechanismen für die Reservierung der Ressourcen zu berücksichtigen. Da das Internet paketvermittelt arbeitet, werden die verschiedenen Datenpakete unabhängig voneinander über das Netzwerk geroutet, was zu unterschiedlichen Laufzeiten führt. Auch dieser Aspekt muss in den Echtzeit-Protokollen berücksichtigt werden und darf bei der Internettelefonie 0,3 Sekunden nicht überschreiten. Die Wiedergabe der Echtzeitdaten muss kontinuierlich mit korrekter Zeittaktung und Synchronisation erfolgen.

Steht hinreichend Bandbreite zur Verfügung, können alle genannten Anforderungen mittels Best-Effort-Prinzip erfüllt werden. Die Lösungen für Multimedia over IP (MoIP) liegen in der Klassifizierung des gesamten Traffics und der Zuteilung der Prioritäten zu den verschiedenen Anwendungen. Für diesen Zweck hat die Internet Engineering Task Force (IETF) ein Modell für erweiterte Internet-Services entwickelt, die Integrated Service Architecture (ISA), das das Best-Effort-Prinzip und Echtzeitservice einschließt und in RFC 1633 behandelt wird.

Für die Echtzeitübertragung wurden das Realtime Transport Protocol (RTP), das Resource Reservation Protocol (RSVP), Realtime Control Protocol (RTCP) und das Realtime Streaming Protocol (RTSP) entwickelt.

Informationen zum Artikel
Deutsch:
Englisch: multimedia over IP - MoIP
Veröffentlicht: 27.11.2013
Wörter: 354
Tags: IP-Dienste
Links: allocation, Architektur, Aspekt, Bandbreite, Best-Effort-Prinzip