NGeCall (next generation eCall)

Next Generation eCall (NGeCall) ist das Nachfolgesystem des Notrufsystems eCall, das damals aus Gründen der Flächenabdeckung nach dem GSM-Standard arbeitete. Da zwischenzeitlich LTE-Netze eine hohe Flächenabdeckung aufweisen, bilden Long Term Evolution (LTE) und 5G die kommunikationstechnische Basis für Next Generation eCall.

Im Unterschied zum klassischen Notrufsystem (eCall) erfolgt der Notruf über das IP Multimedia Subsystem (IMS) von Long Term Evolution (LTE). Über diese IP-basierte Dienste-Zugangstechnik können telefonische Notrufe über Voice over LTE (VoLTE) übertragen werden. Bei einem Unfall wird ein Notruf mit der europäischen Notrufnummer 112 automatisch über den aktivierten Airbag oder manuell über die Nottaste abgesetzt und mit dem Session Initiation Protocol (SIP) und dem Session Description Protocol (SDP) an die LTE-Funkbasisstation, eNodeB, übermittelt. Während des Verbindungsaufbaus überträgt das NGeCall den Minimaldatensatz (MSD) mit den wichtigsten Zeit-, Ort-, Fahrzeug- und Unfallangaben. Dieser Datensatz könnte um Gesundheitsdaten des Fahrers erweitert werden. Die LTE-Basisstation leitet den Notruf und den MSD-Datensatz weiter an die Notrufzentrale und baut einen Sprachkanal zwischen Unfallfahrzeug und Notrufzentrale auf. Optional könnten auch Videos übertragen über die sich die Notrufzentrale ein Bild der Lage vor Ort machen könnte.

Der NGeCall-Standard besteht aus mehreren Notrufspezifikationen, die sich auf die Notfallsitzung beziehen, auf die Sitzungs- und Beschreibungsprotokolle, auf Pan-europäische Notrufe, auf das IMS-Vermittlungssystem und auf die Ende-zu-Ende-Konformität des IMS-Systems.

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Deutsch:
Englisch: next generation eCall - NGeCall
Veröffentlicht: 30.09.2020
Wörter: 230
Tags: Mobilfunkdienste
Links: 5. Generation, Bild, Datensatz, eCall (emergency call system), eNodeB